Uni-Freunde – Freunde fürs Leben?

Typologie der Unifreunde

Das ist doch ein Klischee! Stimmt! Aber es gibt sie trotzdem, an jeder Uni und in jeder Vorlesung: die Überfolgreichen, die Wochenendheimfahrer oder die Panikmacher. 
 
Sind Uni-Freunde Freunde fürs Leben oder Freunde für ein paar Semester? Das wollten wir von Münchner Studenten wissen – und die glauben eher weniger an Langzeit-Uni-Freundschaften.
 

 
Der Übererfolgreiche

Der-Uebererfolgreiche

Abi mit 16, jede Klausur und Hausarbeit ist eh ne 1 und der Doktor in Quantenphysik wird mit summa cum laude abgeschlossen. Tja, es gibt sie wahrscheinlich in jedem Studiengang: Die absoluten Überflieger. Doch wer denkt, diese Spezies von Student hängt nur in der Bib rum und scheut soziale Kontakte, liegt falsch. Der Übererfolgreiche ist super lässig und dein bester Trinkkumpane. Am nächsten Tag ein Referat? Easy! Der Übererfolgreiche schüttelt das trotz Kater aus dem Ärmel. Manchmal ist das Leben echt ungerecht.

 

Der Für-die-nächste-Gruppenarbeit-sind-wir-BFFs

Der-Opportunist-(ABBFF)Mit dieser Person wirst du nach dem Semester wahrscheinlich nie wieder reden. Aber für die nächsten vier Monate seid ihr unzertrennlich, Best Friends Forever eben. Dieser Unifreund braucht jemanden, der ihm erfolgreich die Gruppenarbeit macht. Und du? Darfst zwar Extrastunden in der Bib schieben und für zwei arbeiten, aber wenn es für dich gut läuft, wirst du dafür mit Kaffee und Kuchen bezahlt. Und nach dem Semester bleibt dir nur eins: Für die nächste Gruppenarbeit suchst du dir am besten anständige Arbeitspartner.

 

Der Wochenend-Heimfahrer

WochenendeSemesterparty am Donnerstag? Nee, da kann dieser Studentenfreund nicht. WG-Party am Freitag bei Olli? Nö, auch da hat er schon was anderes vor. Samstag Fußball gucken mit den Jungs und danach mit der besten Freundin schick essen? Auch das geht nicht. Sonntag gemütlich in die Berge? Nein, nein, nein!!! Für so etwas hat der Wochenendheimfahrer einfach keine Zeit. Schließlich packt der spätestens Donnerstag seine Schmutzwäsche zusammen, damit Mutti sie waschen kann, fährt raus in sein Heimatdorf und macht dann das ganze Wochenende Party in der alten Dorfdisko, in die er schon mit 16 gegangen ist. Für Unifreunde bleibt da kein Platz. Höchstens zwischen zwei Vorlesungen.

 

Der Weltenbummler

WeltenbummlerEs gibt Unifreunde, die sieht man öfter auf Facebook als im wahren Leben. Das liegt aber nicht daran, dass sie immer die Vorlesung schwänzen, nein – spätestens im dritten Semester geht es los: Zunächst ein Semester Erasmus in Spanien. Danach geht es, weil es im Ausland so schön war, für ein weiteres Semester an die Uni nach Südafrika. Da zwei Auslandssemester aber sehr viel (Party-)Stress bedeuten, ist bei diesem Unifreund danach erst mal ein Sabatical angesagt, am besten in Thailand oder Bali. Und weil danach der Ernst des Lebens mal wieder beim Gewissen anklopft, macht der Weltenbummler gleich noch ein Praktikum hinterher. Aber natürlich nicht beim Zahnarzt um die Ecke oder beim Steuerberater deines Vertrauens, sondern bei der fettesten Werbeagentur – natürlich in L.A. Für dich hat die Sache einen entscheidenden Vorteil: Du kannst ziemlich oft ziemlich günstig Urlaub machen. Der Weltenbummler hat bestimmt ein Plätzchen in seiner Hängematte auf Ko Tao für dich frei.

 

Der Scheiße-war-gestern-Abgabe-Typ

PennerMan muss ihn einfach gern haben, auch wenn er einem mit seiner Verpeiltheit den letzten Nerv rauben kann, besonders wenn er mal wieder eure Verabredung vergisst. Dieser Unifreund ist eine sanfte, positive Seele, die so leicht nichts erschüttern kann. Das heißt aber auch: Dieser Unifreund gibt Hausarbeiten prinzipiell zu spät ab und er vergisst regelmäßig, sich für Klausuren anzumelden. Und dann gerät er in Stress? Keinesfall, den Scheiße-war-gestern-Abgabe-Typ kümmert das aber eher wenig. Er ist tiefenenstpannt.

 

Der Panikmacher

Der-PanikmacherEs ist Anfang November. Das Semester ist erst wenige Wochen alt und du denkst vielleicht darüber nach, was dein Referats-Thema werden soll. Prinzipiell bist du aber noch ziemlich gelassen. Nicht so der Panikmacher. Der hat sein Thema bereits in den Semesterferien mit dem Dozenten abgesprochen. Anfang November? Da ist bei ihm die Hausarbeit schon fast druckreif. Für den Panikmacher ist das allerdings immer noch kein Grund zum Chillen. Er hat ständig das Gefühl, etwas zu verpassen und wird bis kurz vor der Abgabe ständig bei dir anrufen und fragen, welchen Zeilenabstand euer Prof sich wünscht. Dieser Typ Unifreund hat einfach Panik, etwas falsch zu machen. Und solltest du bei deiner Antwort auch nur eine Sekunde zögern, wird er dich mitreißen. Für dich heißt das dann: Noch mehr schlaflose Nächte, Angstschweiß und Herzrasen. Und mit einem Blick auf den Kalender wirst du feststellen: Du hast noch eine Woche Zeit bis zur Abgabe. Das entspannt.

 

Hey-Uni-Student Luca sagt: Meine Kommilitonen sind wie meine Familie. Und Pratheek gibt zu: Meine Uni-Freunde sind eher Zweckfreunde. 

 

 

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